Euskadi ta askatasuna
























Konzept
die reportage entstand im sommer 2009 in den nordspanischen provinzen gipuzkoa, bizkaia, cantabria und araba sowie im südfranzösischen departement landes.
gegenstand der serie sind orte, an welchen gewaltanwendungen durch die eta (euskadi ta askatasuna, dt.: baskenland und freiheit) stattgefunden haben. im rah-men meines geschichtsstudium befasste ich mich intensiv mit den ursachen und fol-gen des politischen konflikts im baskenland.
bis heute versuchen beide konfliktparteien ihre ziele mit militärischen mitteln zu er-reichen. die zentralstaatlichen repressionsstrukturen – das baskenland ist seit der franco-diktatur das gebiet mit der höchsten polizeidichte in europa – treffen auf die gewalttätigen aktivitäten der eta. meiner meinung nach sind machtpolitische instru-mente wenig erfolgsversprechend: die eta ist nicht ursache, sondern vielmehr aus-druck eines politischen konflikts. zu dessen lösung kann nur ein politischer verhand-lungsweg führen, welcher alle beteiligten konfliktparteien miteinbezieht. doch hierfür fehlen bis zum heutigen zeitpunkt die bereitschaft und der politische wille bei ent-scheidenden akteuren auf nationaler und internationaler ebene.
im vorfeld der reise erfolgte die recherche aller seit dem jahr 2001 dokumentierten attentate. anschliessend wurde die zu fotografierende auswahl nach geografischen und quellenkritischen gesichtspunkten zusammengestellt.
das thema der serie ist nicht nur die räumliche und atmosphärische erscheinung des terrors durch die eta. vielmehr soll nach der gesellschaftlichen dimension und öffentli-chen wahrnehmung dieser handlungen gefragt werden. denn mit der ästhetischen darstellung solcher mit gewaltanwendungen besetzten orte ergibt sich die frage, welche bedeutung diesen orten in der kollektiven erinnerung zukommt: gibt es die erinnerung an diesen schrecken nur im kopf? oder ist nicht doch etwas haften ge-blieben an diesen orten?
so bietet die serie eine ungewohnte darstellung des baskischen konflikts, indem in bildern der gegenwart nach den spuren der vergangenheit gesucht wird.

simon tanner *1983 (j)
mailto: mail@simontanner.ch
webseite: www.simontanner.ch

Simon Tanner studierte 2003 bis 2009 Geschichte und Politikwissenschaften an der Universität Bern. Er lebt und arbeitet als Fotograf in Bern.

Simon Tanner a fait des études en histoire et sciences politiques à l’Université de Berne entre 2003 et 2009. Il vit et travaille à Berne en tant que photographe.



 


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