| Berufsbild Schweizer Fotodesignausbildung
Der technologische und der gesellschaftliche Wandel haben die Fotografie als Ausdrucks- und Kommunikationsmittel grundlegend verändert. Im Zeitalter von Bilderflut und grenzenloser Information haben sich Bild und Bildverbreitung verselbständigt. Diese Entwicklung vollzog sich völlig losgelöst von der Berufsfotografie. Die Technologie erlaubt es heute jedermann, vermeintlich gute Bilder herzustellen, zu verbreiten und einzusetzen. Sollen Berufsfotografinnen und Berufsfotografen auch künftig eine Existenzberechtigung haben, haben sie sich den Veränderungen zu stellen. Professionelle Bildermacherinnen und professionelle Bildermacher müssen die Kernkompetenz in ihrem Fach wieder zurückgewinnen und gegenüber der Masse die Differenz schaffen.
Gefragt sind fotografische Gestalterinnen und Gestalter, die neben fundiertem fotografischem und technischem Können auch über ausgeprägte konzeptionelle Fähigkeiten verfügen. Sie beherrschen den ganzen Ablauf fotografischer Erzeugnisse von der Ideenfindung und Planung, Beleuchtung und Inszenierung bis zur Aufbereitung der resultierenden Fotografien für alle Wiedergabemöglichkeiten. Sie sind Ansprechpartnerinnen und Ansprechpartner in Fragen der visuellen Kommunikation und müssen in der Lage sein, im Auftrag eines Kunden oder aus eigenem Antrieb Bildideen in aussagekräftige Fotografien umzusetzen, passende Bildsprachen für Unternehmungen zu finden oder in freien Projekten ein Thema zu entwickeln. In der Regel führen sie ihren eigenen Betrieb. Sie pflegen nicht nur die ideelle und kreative Auseinandersetzung mit der Fotografie, sondern bringen als eigenständige, selbstbewusste Persönlichkeiten die Fotografie und ihren Beruf in den wirtschaftlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Kontext ein. Der Fotograf wird zum Fotodesigner.
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